Wenn man nach norwegischen Klassikern fragt, werden häufig Fiskeboller, Fiskekaker, Pinnekjøtt, Lachs, Fårikål oder verschiedene Käsesorten genannt.
Es gibt aber auch andere Klassiker – die Frühstücksklassiker und dabei geht es diesmal nicht um Nutella.

Sunda
Zunächst möchte ich den Sunda-Brotaufstrich nennen, dessen Produktion eingestellt wurde.
Am 4. September 2025 wurde die letzte Einheit Sunda der Firma Orkla produziert. Ein „ikonisk produkt“, wie es in der norwegisch Presse hieß.

Aufgrund sinkender Verkaufszahlen und einer, wie Orkla mitteilt, notwendigen, aber teuren Investition in neue Produktionsanlagen wurde die Herstellung nach 94 Jahren nun beendet. Es würde sich einfach nicht mehr rentieren; andere, neuere Produkte haben sich am Markt durchgesetzt.
Mir ist es gelungen, noch einige Restbestände zu erwerben, denn ich muss gestehen, dass ich Sunda nicht kannte.
Ursprünglich wurde Sunda von der Firma Sunda A/S produziert, die aber später von Orkla Foods Norge übernommen wurde.
Generationen von Kindern sind mit diesem Klassiker aufgewachsen – oder sollte ich schreiben „trotz“. Die Verpackung wirkt etwas langweilig und altbacken. Leider konnte ich nicht herausfinden, seit wann sie verwendet wird. Zumindest in den 1970er Jahren sah sie etwas anders aus.
Zugegeben, die Veränderungen hielten sich in Grenzen.

Auf der Verpackung ist der «Sunda-gutten»; der Sunda-Junge mit dem kräftigen Oberarm zu sehen – Zucker gibt Kraft …

Das Ganze schmeckt etwas nach Honig, womit in den 1930er Jahren auch geworben wurde. Es sollte damals ein günstiger Honigersatz sein und wurde als erster, fertige süßer Brotaufstrich verkauft. Aktuell liegt der Honiganteil bei 5%.
Der Zuckeranteil (Invertzucker: Mischung aus Frucht- und Traubenzucker) von Sunda liegt bei 76%, der von Honig bei ca. 80%. Den Rest besorgten schon damals Farb- und E-Stoffe (E 150), die später durch Betacarotin ersetzt wurden. Der Fettanteil liegt dagegen bei 0%.
Ansonsten enthält es auch heute noch nicht näher definiertes „Aroma“. Wer sich jedoch die Inhaltslisten industriell hergestellter Lebensmittel anschaut, wird viele „Zusatzstoffe“ finden.
Sunda hat dabei nur 307 kcal/100 g und somit überraschenderweise weniger als Schokolade, Cornflakes, Nugatti und Co.
Es ähnelt daher eher Zuckerrübensirup. Dieser hat etwa 306 kcal und enthält ca. 66 % Zucker.
Ansonsten konnte sich der Nussaufstrich Nugatti durchsetzen, gefolgt von anderen Produkten wie Banos, Nøtte oder Hapå. Die Werbung von Nutella verstärkt diesen Trend.
Übrigens stellt Orkla mit einem Marktanteil von über 50 Prozent auch die meistverkaufte Tiefkühlpizza Norwegens her: die „Grandiosa” – ein weiterer Klassiker und eine andere Geschichte!
Banos
Bei Banos handelt es sich ebenfalls um einen beliebten Brotaufstrich aus Norwegen, der von der Firma Stabbure hergestellt wird und zu Orkla gehört.
Ursprünglich wurde er in den 1930er Jahren von einer Osloer Bananengesellschaft hergestellt und ging 1991 an Sunda AS und Orkla über.

Es enthält 36 % Bananen und wird aus frischen Bananen hergestellt. Mit 419 kcal/100 g hat es mehr Kalorien als Sunda, aber weniger als andere Nuss-Nougat-Cremes. Ansonsten enthält es Konservierungsmittel und Fette.
Im Jahr 2011 wurde der Begriff „Banos” in Schweden zum Symbol für „Scheißjobs”, da das Schälen der Bananen ausschließlich von jungen schwedischen Arbeitsmigranten übernommen wurde. Das Produkt wird in Schweden nicht verkauft (siehe 1).
Nøtte
Auch Nøtte wurde ursprünglich von Sunda AS und später von Orkla produziert.
Der auf Haselnüssen basierende Brotaufstrich wurde seit 1964 produziert.

Im Jahre 2017 schnitt Nøtte aufgrund des höchsten Zuckeranteils (573 kcal/100 g) bei einem Test am schlechtesten ab. Aber Nøtte hatte eine treue Käuferschaft, denn es verkaufte sich besser als Sunda oder Banos.
Trotzdem wurde die Produktion von Nøtte am 10. September 2025 eingestellt. Wie bei Sunda wurden auch hier die niedrigen Verkaufszahlen und die hohen Investitionskosten in neue Maschinen als Gründe angegeben.
Nøttesjoko
Bei Nøttesjoko, das von der deutschen Firma Wilhelm Reuss für Rema 1000 hergestellt wird, handelt es sich dagegen um einen anderen Nuss-Nougat-Aufstrich. Hier würde ich eher von einer Hausmarke sprechen.
Mit 573 kcal/100 g hat es auch einen sehr hohen Kalorien- und hohen Fettanteil.

Hapå
… oder auch Hamar Pålegg besteht aus Kondensmilch, Zucker, Salz und Zitrone. Es wurde ab 1949 von De Norske Melkefabrikker in der Fabrik in Hamar produziert. 1954 wurde der Betrieb von Nestlé übernommen.


Die Idee für diesen Brotaufstrich stammt aus den Kriegsjahren, als viele Familien zu Hause gesüßte Kondensmilch karamellisierten.
Am 16. Dezember 2008 wurde das letzte Glas produziert – erneut waren die hohen Produktionskosten der Grund dafür. Der Marktanteil lag damals bei rund acht Prozent.
Doch dann kam die Wende: In einer Facebook-Kampagne forderten die enttäuschten Kunden die Rückkehr von Hamar Pålegg in die Regale.
Am 3. April 2009 übernahm der norwegische Lebensmittelkonzern Kavli die Marke und die Produktionsanlagen von Nestlé und nahm die Produktion in Bergen wieder auf.
Im August 2010 wurden das Logo und das Design erneuert.
Nugatti
Der Brotaufstrich enthält 8 % Haselnüsse und wird vom Orkla-Konzern hergestellt. Darüber hinaus enthält er natürlich Zucker, Molkepulver, Sonnenblumenöl, Kakao und Aroma.

Er wurde 1969 erstmals in die Regale gestellt und zählt somit zu den jüngeren Aufstrichen. Er ist in Bechern, aber auch in den in Norwegen so beliebten Tuben erhältlich, in denen man von Käse bis Schinken vieles kaufen kann.
Es gibt ihn in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Nugatti, Nugatti Crisp, Nugatti Zero, Nugatti Air, Nugatti Nut Crunch und Nugatti Salted Caramel.
Nugatti hat 515 kcal/100 g.
Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele, viele andere Brotaufstriche.
Die norwegische Variante:

Schinken und Salami mit Käse aus der Tube – guten Appetit!
| Quellen Sunda – Orkla Dinside – dagbladet NRK Bild und Artikel: Den site boksen Wikipedia: Orkla Orkla Foods Norge Banos Wikipedia – Banos (1) Nøtte Handelswatch – Nøtte Einstellung Hapå Wikipedia – Hapå Nugatti Wikipedia – Nugatti Bildnachweis: eigene Bilder, sofern nichts anderes angegeben ist |
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