– und die historische Verbindung zu New York –
Jeder kennt wohl die Freiheitsstatue in New York, bzw. hat schon einmal ein Bild davon gesehen, aber nur die wenigsten werden wissen, dass das Kupfer für den Bau aus Norwegen stammt und zwar vom Vigsnes Kobberverk (Kupferbergwerk), auf der Insel Karmøy.
Karmøy ist sowohl eine Insel als auch der Name der Gemeinde, zu der auch die Insel Fosen gehört, und liegt in Rogaland zwischen Stavanger und Bergen. In unmittelbarer Nähe von Haugesund.
Die Insel bietet verschiedene Sehenswürdigkeiten, eine davon ist die Freiheitsstatue in Visnes und das dazugehörige Kupferbergwerk.
Durch metallurgische Untersuchungen konnte die Herkunft bestätigt werden.
An die New Yorker Freiheitsstatue soll die „kleine“ Freiheitsstatue von 2004 in Visnes erinnern.


Wie alles begann
1865
Die Geschichte erzählt, dass im Winter 1865 der Fischer und Schürfer Torbjørn Brueland in Visnes an Land ging und zufällig das Metall fand.
Torbjørn Brueland tat sich mit einem befreundeten Schürfer und Uhrmacher Maurits Kartevold zusammen. Beide verfügten aber weder über das nötige Kapital noch die Expertise und das Now-how, um das Erz selbst ausbeuten zu können. So nahmen sie Kontakt mit dem Bergbauingenieur Charles de France auf, der zur gleichen Zeit in Norwegen nach Erz suchte.
Die anfänglichen Versuche der beiden Norweger Geldgeber zu finden, scheiterten, doch de France sah die Verdienstmöglichkeiten, die das Erzvorkommen bot.
De France besorgte sich nun selbst Kapital aus Belgien und zahlte den beiden Norweger einmalig jeweils 2.000 spesidaler (dansk-norsk myntenhet* (Währungseinheit), Silbermünze, damals 4 kroner) und jährlich 1.000 spesidaler, was dem Gehalt eines Pfarrers entsprach.
So begann de France mit 20 bis 30 Mann, aber die Belegschaft wuchs schnell.


Auf diese Weise wurde aus dem verschlafenen, landwirtschaftlich geprägtem Dorf, eine prosperierende Siedlung. Die Einwohnerzahl stieg schnell und Visnes wurde zu einem der größten Arbeitgeber seiner Zeit und zu einer der größten Kupferminen Nordeuropas.
Zwischen 1870 und 1890 lebten zeitweise 3.000 Menschen in Visnes, von denen bis zu 1.000 in der „Alten Grube“ arbeiteten.
Der wirtschaftliche und industrielle Aufschwung sorgte dafür, dass Visnes neben diveresen Geschäften auch über eine eigene Schule und ein eigenes Krankenhaus verfügt. Das nächste war in Stavanger.
1875 – die ersten druckluftbetriebenen Bohrmaschinen wurden in Betrieb genommen.
1880 – Visnes bekam die ersten Telefonanschlüsse Norwegens (erst fünf Jahre zuvor hatte Bell das Telefon erfunden).
1885 – Visnes erhielt als zweiter Ort in Norwegen elektrisches Licht.
107 Jahre lang wurde so aus zwei Minen ca. 4,2 Millionen Tonnen Kupfer, Zink und Schwefel gewonnen. 70 % des aus Norwegen exportierten Kupfers wurde in Visnes gewonnen.
Gamlegruva (die «Alte Mine») – 1865 bis 1894
Rødklev – 1899 bis 1972
Der Schacht geht 730 Meter in die Tiefe.
Heute umfasst das Bergbaumuseum in Visnes
- Das Bergwerksmuseum
- Arbeiterwohnungen
- Das Verwaltungsgebäude
- Das Café Fransehagen
- Die Ruinen der Schmelzhütte
- Das König-Oscar-Portal
- Die Laube für die Damen der „besseren Gesellschaft“




Heute ist die Anlage ein Naherholungsgebiet
Die Freiheitsstatue in New York
Die Freiheitsstatue wurde zwischen 1876 und 1886 erbaut, am 28.10.1886 fertiggestellt und eingeweiht. Sie ist 93 m hoch und ein Geschenk des französischen Volkes an die Vereinigten Staaten zum 100. Geburtstag. Das Modell befindet sich im Musée des Arts et Métiers in Paris.
Für den Bau wurden 80 Tonnen benötigt, die über Frankreich in die USA geliefert wurden.
Öffnungszeiten, Kontakt und Adresse
Das Grubenmuseum Visnes ist zu Ostern und danach täglich ab Mitte Juni sowie bis Ende August für alle geöffnet. Danach ist es nur sonntags bis Ende September geöffnet. Während der Herbstferien ist das Museum die ganze Woche lang geöffnet.
Aktuelle Öffnungszeiten findet man ansonsten im Internet.
| E-mail visnes.gruvemuseum@gmail.com Telefon 40635816 Addresse Visnesveien 380, 4262 Avaldsnes, Norwegen Adresse über GoogleMaps |
Weitere Links
visitvisnes.no (deutsche Seite)
* spesialdaler nachzulesen beim Store norske leksikon
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